Viel Licht beim 19. Gallery-Weekend in Berlin

Erfunden haben es Berliner Galeristen, kopiert wird es in aller Welt: Das Gallery Weekend. Jetzt geht das Stell-Dich-Ein der zeitgenössischen Kunst in die 19. Runde. Und alle sind sich einig: Das Original ist am besten. Hier unser Guide.

written by Gastautorin Juliane Rohr 27. April 2023

1. Meine Highlights aus den Galerien

First things first! Schließlich haben 2005 sich Galeristinnen und Galeristen in Berlin zusammen getan und dieses Kunst-ohne-Ende-Wochenende gegründet. Der Clou: sie zeigen einfach das Beste, was die Kunstszene zu bieten hat. Neuentdeckungen mischen sich zu großen Namen. Das ist inspirierender als auf jeder Kunstmesse. In vielen der 55 beteiligten Galerien geht es um Themen wie Umwelt und Bewusstsein oder Kultur und Identität. Einige Galerien präsentieren Künstlerinnen und Künstler zum ersten Mal.

Wann? Am 28. April ist in allen teilnehmenden Galerien das große abendliche Opening von 18 bis 21 Uhr.

Am Samstag und Sonntag sind die Kunstorte von 11 bis 18 Uhr geöffnet. 

Das Berliner Kunstwochenende wird in vielen Städten kopiert (und nie erreicht)! Wer es jetzt, Ende April, nicht nach Berlin schafft, der hat noch in den kommenden Wochen genug Zeit durch die Galerien zu schlendern. Dann allerdings zu den regulären Öffnungszeiten. Was aber nur der halbe Spaß ist.

Mitte Nord

Kunstvolle Lampen

Auf dem Gelände des Pfefferbergs hat neugerriemschneider vor einem Jahr einen neuen Galerieraum eröffnet. Jetzt ist der kubanisch-amerikanische Künstler Jorge Pardo zu Gast. Er füllt die Räume mit monumentalen Assemblagen, kunstvollen Lampen, kraftvollen Bildern und Videoarbeiten. Pardo schichtet und manipuliert seine Malereien digital. Auf diversen i-pads sind kleine Filmszenen aus Michelangelo Antoninis Filmen zu sehen – collagiert mit Jorge Pardos Kunst vor Ort.

WO? Christinenstraße 18-19, 10119 Berlin (daneben ist ein Café für die kleine Kunst-Pause sehr zu empfehlen)

Noch mehr Licht

Mehrere Dutzend von Pardos Lampen hängen übrigens im Paul-Löbe Haus (Regierungsviertel) und funkeln wie kleine bunte Schaumperlen nachts über die Spree. Auch das Café der Neuen Nationalgalerie ist mit seinen besonderen Lichtobjekten ausgestattet. Must do – am besten alle drei Orte!

Weiter zu…

Der Michel Majerus Estate ist nah am Pfefferberg. Dort gibt es eine über ein Jahr wachsende Gruppenausstellung zu sehen. 13 zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler beziehen sich auf ein Werk des vor 20 Jahren verstorbenen Künstlers Michel Majerus. „Fuck“ hieß das Werk und bildete 13 männliche Künstler ab, die 1992 den Kunstdiskurs dominierten. Aktuell sind drei Positionen zu sehen. So viel sei verraten: mit Isa Genzken, Jan Euler und Martine Sims ist die Schau jetzt schon gut. Ich bin gespannt, was sich bis zum März 2024 tut.

Wo? Knaackstraße 12 (2. Hinterhof), 10405 Berlin

Was noch in Mitte Nord?

Auf meiner Liste stehen am Rosa-Luxemburg Platz BQ mit Alexandra Bircken und Dittrich Schlechtriem. Westliche Popkultur und chinesische Mythologie zwischen Metaverse und apokalyptischer Zukunftsvision erwarten mich mit Cao Fei bei Sprüth Magers. Weiter geht es zu Kewenig in der Brüderstraße 10, danach fahre ich – trotz klebender Klimaaktivisten in der Stadt – nach Moabit zu Alexander Levy. Dort tauche ich in eine geheimnisvolle Tiefseewelt von Ann Duk Hee Jordan. Mit ihren Arbeiten bewegt sie sich an der Schnittstelle zur Biologie, der Wissenschaft und Kunst. Gerne kombiniert mit Musik und ungewöhnlichen Tonen aus der Meereswelt. Das ist

kopföffnend, poetisch, kritisch und durchaus humorvoll.

Bei Ebensperger wartet Bjørn Melhus auf mich. Hier heißt es Abschied nehmen. Mit diesem Videokünstler hat der Galerist Patrick Ebensperger vor acht Jahren seine Räume im ehemaligen Krematorium (Plantagenstraße 30) eröffnet. Nach dieser Schau geht es im September an einem neuen Ort weiter.

Es wird cool – hier wie dort!

Umgezogen hingegen ist schon Plan B – sehr mittig – direkt an den Strausberger Platz 2. Adrian Ghenie malt diese schwungvoll, amorphen Figuren, die bei Alltäglichem wie ins Handy starren ertappt wurden.

Die vielschichtigen Bilder von Adrian Ghenie bespielen die neuen Räume von Plan B.

Mitte Süd / Kreuzberg

Pigmente & Schwarzlicht

Auch in der Galerie Max Goelitz gibt es besondere Lichtkunst. Goelitz ist eigentlich in München beheimatet, bespielt ihre Berliner Dependance mit einer Einzelausstellung von Brigitte Kowanz (1957-2022). Die Österreicherin machte besondere Pigmente zum Trägermedium ihrer phosphoreszierenden und fluorisierenden Arbeiten. Mit ihren Lichtarbeiten und Spiegelwänden schuf sie ein anderes Raumerlebnis und galt als Visionärin. Für die beeindruckende Gesamtinstallation wird der Berliner Standort völlig verdunkelt und in einen Schwarzlichtraum transformiert. Museal gut.

WO? In der Rudi-Dutschke-Straße 26 (im 1. Stock), Berlin-Mitte.

Was noch in Mitte Süd?

In der Markgrafenstraße 67 zeigt carlier/gebauer die Südamerikanerin Lucia Koch. Ich bin gespannt auf ihre architektonische Intervention in der Galerie. Sie wird zum ersten Mal gezeigt. Nebenan in der Nummer 68 ist die Galerie Barbara Thumm. Bei Nordenhake schaue ich mir Malerei von Sophia Reinhold an. Auch interessant: KOW mit dem kurdisch-iranischen Künstler Hiwa K.

Dann geht es weiter zu Konrad Fischer, alleine das Gebäude, ein altes Umspannwerk, in der Neue Grünstrasse 12 ist einen Besuch wert.

Schließlich will ich noch zu Kraupa-Tuskany Zeidler, die Slavs und Tatars zeigen. Das Künstlerkollektiv interessiert sich  für die Rolle der Natur im Laufe der Zeit. Sie dröseln die mythologische Bedeutung der Melone und Zentralasien. Auch hier spielt Licht eine Rolle. Ein Muss! Wo? Kohlfurterstraße 41/43, 10999 Berlin

Potsdamerstraße

Farbenrausch reloaded

Schnell noch zu Katharina Grosse, die mit ihren knallig grellen Gemälden bei Max Hetzler in den Mercatorhöfen zu sehen ist. Aber nur noch bis zum 30. April. Wer in der ehemaligen Rotationshalle des Tagesspiegels eine ähnliche Intervention wie am Hamburger Bahnhof  2020 erwartet, den muss ich enttäuschen.

Dennoch: Die unterschiedlich großen Bilder, in denen sie nur

acht Farben bunt

verwendet, funktionieren in diesem riesigen White cube überraschend gut. Fast wirken die Arbeiten als ob sie leuchten.

Wo? Potsdamer Straße 77-87, 10785 Berlin

Was noch in und um die Potsdamer herum?

Ebenfalls in den Mercatorhöfen sind HUA International, Jarmuschek + Partner, Judin und Esther Schipper mit Hito Steyerl, die hier ihre erste Solo-Ausstellung hat. Ich freue mich sehr auf ihre labyrinthischen Gedankenströme. Sie mischt alles: Geschichte, Zukunft, Gegenwart, Soziologie – kritisch ohne Zeigefinger. Ja, ich bin ein großer Fan ihrer Videoarbeiten!

Ein paar Ecken weiter sind Guido W. Baudach (Björn Dahlem), Galerie Isabella Bortolozzi (Diamond Stingly), Heidi (Jordan Strafer) sowie Klosterfelde Edition (Jorinde Voigt).

Bei Tanja Wagner stehen neue Skulpturen von Kapwani Kiwanga. Sie bespielt 2024 den kanadischen Pavillon in Venedig. Noah Klink zeigt die Berliner Malerin Josefine Reisch. Unbedingt alles besuchen.

 

Charlottenburg

Ich fange meine Tour bei Meyer Riegger mit Sheila Hicks an. Die 88-jährige Amerikanerin arbeitet mit Naturmaterialien gerne in großformatigen, atemberaubenden Installationen.  Ihr Erfindungsreichtum bezaubert mich auch im eher begrenzten Galerieraum. Unbedingt besuchen.

Wo? Schaperstraße 14, 10719 Berlin

Was noch in Charlottenburg?

Gleich ums Eck an den Fasanenplatz zu Mehdi Chouakri und quasi oben drüber in die Galerie Friese. Ich bummle weiter durch die Fasanenstraße: dort stoppe ich zuerst bei Buchholz (1. Stock), schaue bei 68projects und dann bei Crone rein. Hier erinnern zehn iranische Künstlerinnen mit ihren eindrücklichen Arbeiten an das terroristische Mullah-Regime, was sie in die Diaspora zwingt.

Bei Contemporary Fine Art werden die lakonischen Bilder des 2013 verstorbenen Malers Norbert Schwontowski im ersten Stock gezeigt. Plus Amüsantes von  Henning Strassburger. Subtile Nighthawks von Raphaela Simon warten bei  Max Hetzler in der Goethestraße auf mich.

Spot on…

Britta Thie –sie bespielt bei  Wentrup zum ersten Mal die Galerie. Großartige, großformatigen Malereien kombiniert sie mit einer für die Ausstellung entstandenen Videoarbeit. Thie hat bei Hito Steyerl studiert, arbeitet als Schauspielerin und Model. In ihren experimentellen Videos ist sie oft selbst zu sehen.

Starre Technik wie Kameras und Scheinwerfer werden in fotorealistischen Bildern sympathisch menschlich. Die bekommen so was wie coole Frisuren, Augen und dann Spitznamen wie Blondie verpasst. „Scene“ bitte nicht verpassen.

Wo? Knesebeckstraße 95, 10623 Berlin

Und in Dahlem

Eine Galerie in Dahlem? Ja! So praktisch, denn das Fluentum liegt gegenüber (siehe 3. Private Collections). Für die Galerie Bastian hat der Architekt John Pawsons einen schönen Kubus entworfen und gebaut. Jetzt werden hier die wenig bekannten fotografische Arbeiten von Cy Twombly gezeigt. Der amerikanische Künstler verwandelt Aufnahmen von Landschaften, Blüten oder Studioszenen in poetisch unscharfe Bilder. Überraschend, museal und bezaubernd.

WO? Taylorstraße 1, 14195 Berlin (Dahlem)

Was noch?

Schräg gegenüber ins Fluentum. Ein bisschen weiter die Clayallee runter ins Brückemusuem und Kunsthaus Dahlem. Und wer gar nichts zurück in die Stadt will, der fährt weiter ins Haus am Waldsee. Ein toller Tag mit hochkarätiger, abwechslungsreicher Kunst ist garantiert.

Hier der LINK zur Karte des Gallery Weekends mit allen Adressen.

2. Schnell – nur kurz zu sehen!

Wie immer gibt es ein paar Highlights, die man nur an diesem glamourösen Kunst-Wochenende erleben kann. Man muss sich beeilen… weil schon allein die Orte so unendlich sehenswert sind.

Lobe-Block

Es ist einer dieser wahnsinnig coolen Orte Berlins: Der Lobe-Block. Zwei kurze Tage lang am 26. und 27. April wird er mit Kunst bespielt. a(r)rival ist der Titel der Gruppenschau voller Entdeckungen. Schnell hin!

Wo? Lobe Block, Böttgerstraße 16, 13357 Berlin, Mittwoch 14 bis 21 Uhr und am Donnerstag von 10 bis 18 Uhr. 

Artist Weekend

Wer erinnert sich? Ngorongoro in Weißensee. Legendär. Offene Ateliers und haufenweise zeitgenössische Kunst von befreundeten Künstlerinnen und Künstlern – das machte 2015 richtig Spaß. Schlange stehen war 2018 bei der reloaded Version angesagt.

JETZT wird es in kleiner Form wieder aufgelegt: YES, das sogenannte Artist Weekend ist zurück. Von 11 bis 19 Uhr am Samstag und Sonntag öffnen Künstlerinnen und Künstler wie Jonas Burger, Martin Eder, Jenny Brosinski, Danni Pantel ihre Studios. Ich bin dabei!

Wo? Studios Lehderstraße 14, Studios Langhansstr. 132, Sexauer Galerie, Streustraße 90, 13086 Berlin – Weißensee

paper positions. berlin

Papier – das Medium mit dem viele Künstlerinnen und Künstler arbeiten – immer wieder. Und so faszinierend neu jedes Mal. Sie zeichnen, malen, nähen Silhouetten drauf, falten, bedrucken es. Gehen den Fasern auf den Grund.

Papier kann Wundertüte.

53 internationale Galerien präsentieren vom 27. bis 30. April tolle Positionen zeitgenössischer und moderner Kunst. Ein wunderbar entspanntes Messeformat.

Wo? Deutsche Telekom Hauptstadtrepräsentanz, Französische Straße 33 a-c, 10117 Berlin

27. April 18 bis 21 Uhr Vernissage, 28. April 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 20 Uhr geöffnet

Conceptual Substance

Das Eternithaus ist Teil einer denkmalgeschützen Wohnanlage von Paul Baumgarten. Er hat das Ensemble1957 anlässlich der Interbau im heutigen Hansaviertel entworfen und gebaut. Die von Tina Roeder kuratierte Gruppenschau stellt die Kunst bewusst in den Kontext des Gebäudes. Das war mal rolemodel für eine

Vision für urbanes Wohnen.

Bei Conceptual Substance sind Künstler:innen wie das Duo Trix + Robert Haussmann dabei. Don’t miss.

WO? Altonaer Straße 1, 10557 Berlin (HansaViertel) 28.4. Eröffnung 18 – 21 Uhr, 29. Und 30.4. 11 bis 20 Uhr

Allein der ikonische Bau mit anschließendem Kaffee im an den Tiergarten angrenzenden Garten ist den Besuch wert.

Bottom up!

Zweite Runde, nach dem Erfolg vor fünf Jahren: 19 Künstlerinnen und 17 Künstler zeigen ihre Kunst – in der selbstorganisierten Schau Bottom up! Die location, das Kühlhaus am Gleisdreieck verspricht auf drei Stockwerken einen spannenden Mix und die Liste der Beteiligten ist mega. Gezeigt wird aktuelle Kunst in und aus Berlin.

Ein facettenreicher Querschnitt und die Möglichkeit sich an einem Ort einen Überblick zu verschaffen. Nichts wie hin!

WO? Kühlhaus, Luckenwalderstraße 3, 10963 Berlin – noch bis zum  29. April !!! jeweils von 14 bis 20 Uhr

Endlich Kohle machen!

Das Künster-Duo Mehmet & Kazim begeistert mich seit ich sie bei einem Akademie-Rundgang in München gesehen habe. Sie gestalten auch Bühnenbilder, machen Mode in Kooperation mit dem Münchner Couture Label Talbot Runhof. Während des Wochenende sind sie in der Galerie Trocken zu Gast. In dem Off-Space zeigen die beiden Cousins neueste Arbeiten, die in New York entstanden sind.

Kuratiert wird das Ganze von dem Münchner Juwelier Herbert Knopp. Die Schau heißt „Endlich Kohle machen!“ Ich bin gerne dabei.

WO? Wormser Straße 4 (4. Stock), 10789 Berlin (27.4. um 17 – 20 Uhr Opening, 28. Bis 30.4. jeweils 11 bis 19 Uhr)

Anouk Anouk Lamm an zwei Orten

Durch einen schönen Zufall habe ich Ende letzen Jahres in Wien die Künstlerin Anouk Anouk Lamm kennengelernt und im Atelier besucht. Jetzt ist ihre Kunst an gleich zwei Orten in Berlin zu sehen. In der noch jungen Galerie Better go South Gallery ist Anouk in der Gruppenshow „Fight Club“ dabei. Sie zeigt Werke aus ihrer Shared Canvas Reihe, in der sie sich zwischen Skulptur und Malerei bewegt.

Wo? Sterlitzerstraße 26, 10115 Berlin ab dem 27. 04  

In der König Galerie gib es neben zwei anderen Ausstellungen auch den Showroom im Erdgeschoß. Dort wird Anouk Anouk Lamm in einem Solo Booth mehrere Werke zeigen.

Wo? Alexandrinenstraße 118 – 121, 10969 Berlin

Augen auf!

Bahnhöfe sind Orte der flüchtigen Begegnung, sie vernetzen Orte und Menschen. Station to Station heißt eine neue Reihe künstlerischer Interventionen der Deutschen Bahn. Bis 2024 sollen Kunst und Konzerte deutschlandweit Bahnhöfe in den Fokus bringen. Den Auftakt macht die Künstlerin Bettina Pousttchi deren extra für den Berliner Hauptbahnhof gestaltete Skulptur „Vertical Highways“ pünktlich zum Start des Gallery Weekends enthüllt wird. Ihre großen Stahlarbeiten mag ich sehr und freue auf die Begegnung.

Zehn Jahre lang soll die sechs Meter hohe signalrote Skulptur einen der meistbesuchten Orte Berlins künstlerisch bereichern.

WO? Washingtonplatz Berlin Hauptbahnhof. Enthüllung am 26. April um 16 Uhr 

3. Private Collections

Fahrbereitschaft

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Fahrbereitschaft hat Krist Gruijthuijsen, Direktor der „KW – institute for contemporary art“, Werke aus der Sammlung Haubrok kuratiert. Die Ausstellung „The Collection“  erstreckt sich über das gesamte Gelände. Es ist toll die Skulpturen, Installationen, Malerei, Foto- und Videoarbeiten von 70 Künstlerinnen und Künstlern in Garagen, Kartoffelkellern, Atelierhäusern und andern Orten zu erleben.

Wo? Herzbergstraße 40-42, 10365 Berlin. Nur Sonntags von 11 bis 18 Uhr, läuft bis zum 29. Oktober – danach gegenüber im Dong Xsan Center auf eine Nudelsuppe vorbei hoppen (geht auch am Sonntag)

Gallery weekend 2023

Der Düsenjet ist von Christoph Büchel, die gelben Punkte sind von Jonathan Monk und die Blumen von Willem de Roji – sie sind auch ein Kunstwerk.

Miettinen Collection

Zum 50. Geburtstag des Malers André Butzer lädt der finnische Sammler Timo Miettinen in seinen Salon Dahlmann. In den Räumen werden auch noch nie gezeigte Werke Nutzers präsentiert. Das kleine, feine, gute Laune machende Bilderuniversum von Butzer in Berlin läuft parallel zu seiner umfangreichen Retrospektive im Museo Thyssen-Bornemisza (Madrid) und der Ausstellung im Oberpfälzer Künstlerhaus Schwandorf. Freude kann ich garantieren.

Wo? Magdeburger Straße 3, 10789 Berlin

Von 11 bis 19 Uhr während des Gallery Weekends (28.-30 April). Danach bis zum 27. August immer samstags von 12 bis 18 Uhr.

Fluentum

„Trash the Musical“ mit diesem Titel geht die Berliner Künstlerin Loretta Fahrenholz im Fluentum an den Start. Sie hat die Arbeit extra für diese historisch aufgeladenen Räume entwickelt. 37 Minuten dauert die Collage, die sich um Themen wie Älterwerden, unerfüllte Träume, Ghosting und den Unterschied zwischen Kunst und Müll dreht.

Dazu kommen 30 von KI produzierte Fotografien, die sich auf Quentin Tarantions Inglourious Basterds beziehen. Unbedingt im Obergeschoß die pilzförmigen Lampen, Holzschnitzereien und Picknick-Szenerien anschauen. Brrr, wann wird es endlich Sommer?

Wo? Clayallee 174, 14195 Berlin. Bis zum 30. April 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Danach regulär bis zum 29. Juli – Freitags 11-17 und Samstags 11- 16 Uhr. 

4. In den Museen

Gropius Bau

Der Australier Daniel Boyd verzaubert mich im ersten Stock mit seiner besonderen Maltechnik. Tausende Linsen aus besonderem Klebstoff auf seinen Bildoberflächen erinnern an Pointilismus. Sie fangen das Licht ein und brechen es je nach dem, von wo aus ich das Bild betrachte neu und anders. Besonders auch seine Installationen  an den Fenstern und im Lichthof des Museums.

Plus: Im Erdgeschoss tauche ich in „Indigo Waves and Other Stories: Re-Navigating the Afrasian Sea and Notions of Diaspora“. Hier gibt es viel gute Kunst aus Asien und Afrika zu entdecken.

 Hamburger Bahnhof

Die to do Liste in diesem historischen Gebäude ist lang. Fred Sandback, Christina Quarles im Dialog mit… bevor es zu viele Namen hier im Blog werden – alle fünf (!) Ausstellungen sind sehenswert.

Besonders erwähnen muss ich allerdings das Wiedersehen mit Zineb Sediras Installation von Dreams have no Titels. Natali und ich waren beide von der Arbeit auf der

Venedig Biennale im vergangenen Jahr bezaubert.

Im Hamburger Bahnhof funktioniert sie fast noch besser. Wunderbar auch die regelmäßige Tanzperformance, die wir in Venedig verpasst hatten.

Haus am Waldsee

hnitzel klopfen, Sahne schlagen, Geschirr abwaschen. Dabei schaue ich Margret Raspé Geren zu. Wer die Pionierin der Videofilme noch nicht besucht hat, sollte das unbedingt tun. Zur ausführlichen Besprechung im Blog bitte hier klicken. Der Kaffee am See schmeckt mir übrigens immer besonders.

 Kindl Brauerei

Friedrich Kunath – man muss ihn einfach mögen. Voller Humor und mit vielen Sonnenuntergängen. Love it!

 KW – Institute for Contemporary Art

Geheime Zeichensprache, Poesie der Stadt, chinesicher Ikonografie, verborgene Sehnsüchte  und sexuelle Orientierung machen diese Ausstellung vom ersten bis zum letzten Bild spannend. Was für eine Entdeckung – der amerikanische Künstler Martin Wong (1946-1999).

Neue Nationalgalerie

Last call! Jetzt aber wirklich: Monica Bonvicini. Aufmerksame Blog-Leserinnen und -Leser wissen, dass ich die Ausstellung der in Berlin lebenden Italienerin seit Monaten auf die Highlight-Liste setze. Nach dem Gallery Weekend ist defintiv Schluss. Also…(ein paar Tage noch).

Zudem gibt es in dem ikonischen Bau viele, viele Werke von Gerhard Richter. Um genau zu sein 100! Dazu noch die Sammlungspräsentation und Tehching Hsieh mit der Dokumentation einer Langzeit-Performance.

Nicht vergessen im Café vorbeizuschauen, das ist komplett von Jorge Pardo designed.

Pergamonmuseum

Wie bitte – das Pergamonmusuem? Ja! Das Gebäude wird im Oktober erstmal für dringende Renovierungsarbeiten schließen. Absurd lange. Teile des Museums bleiben bis ins Jahr 2037 geschlossen, andere nur bis zum Frühjahr 2027. Der britische Künstlers Liam Gillick setzt die Räume auf der Museumsinsel zum Abschied mit Sound und Licht nochmal anders in Szene.

Infos:

Alles zum 19. Gallery-Weekend in BERLIN findet sich hier

Turnschuhe, Boots oder was auch immer an und los. Wir wünschen viel Spaß!

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3 comments

Susanne 27. April 2023 - 15:02

Informativ und kurzweilig wie immer! Fast so gut, wie selbst da gewesen sein…. Danke, liebe Jupsi

Reply
Arvid Hagemann 30. April 2023 - 16:43

Wir sind den Vorschlägen zur Potsdamer Straße und Charlottenburg gefolgt und waren begeistert von den toll ausgesuchten Galerien, die nicht nur durch die vorgestellten Objekte, sondern auch durch die Räume begeisterten. Vielen Dank dafür! Arvid

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Natali Borsi 1. Juni 2023 - 12:24

Das freut uns 😉

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