Es gibt Buchreihen, die sammelt man. Und es gibt Buchreihen, mit denen man lebt, träumt, reist, kocht und immer wieder aufs Sofa zurückkehrt. Die „Zu Gast“-Reihe aus dem Callwey Verlag gehört für mich ganz eindeutig in die zweite Kategorie.
Ich habe hier auf dem Blog inzwischen fast die halbe Welt mit dieser Reihe bereist, von Venedig bis anderswohin, und liebe an diesen Büchern vor allem, dass sie mehr sind als Kochbücher und mehr als Reiseführer. Sie sind kulinarische Einladungen. Kleine Fluchten. Sehnsuchtsverstärker. Und sie schaffen etwas, was nur wenige Bücher schaffen: Sie machen Lust, sofort loszufahren – oder zumindest sofort in die Küche zu gehen.
Das Konzept ist so einfach wie genial: eine Region oder Stadt, ihre Menschen, ihre Lieblingsorte, ihre typischen Gerichte, ihre Rezepte, ihre Geschichten. Nicht geschniegelt und touristisch geschniegelt, sondern meist so, wie man einen Ort eigentlich kennenlernen möchte: über den Tisch, über den Markt, über ein gutes Gespräch und über die Dinge, die man nur erfährt, wenn man wirklich dort ist.Und genau deshalb passt Rom so perfekt in diese Reihe.
Warum Stefan Maiwald der perfekte Autor für diesen Band ist
Wenn jemand glaubwürdig über italienisches Lebensgefühl, Esskultur und diese besondere Mischung aus Alltag, Genuss und Chaos schreiben kann, dann Stefan Maiwald.
Maiwald lebt seit vielen Jahren in Italien und beschäftigt sich journalistisch und literarisch schon lange mit genau dem, was Italien für viele von uns so unwiderstehlich macht: Essen, Menschen, Rituale, Stil, Lebenskunst und die kleinen Regeln des guten Lebens. Man merkt seinen Texten an, dass sie nicht aus dem Reiseführerregal kommen, sondern aus einem wirklich gelebten Italien. Genau das macht ihn für ein Buch über Rom so überzeugend.
Denn Rom ist eben nicht nur Forum Romanum, Trevibrunnen und Petersdom. Rom ist vor allem ein Gefühl. Eine Haltung. Eine Stadt, die sich nicht geschniegelt präsentiert, sondern mit Charakter. Mit Kanten. Mit unglaublichem Essen. Und mit sehr klaren Vorstellungen davon, wie man Dinge richtig macht – gerade in der Küche.
Maiwald ist dafür der perfekte Gastgeber, weil er Rom nicht nur als Sehenswürdigkeit denkt, sondern als kulinarischen Lebensraum.
Zu Gast in Rom – und wieder ist alles drin, was diese Reihe so besonders macht
Dieser Band bietet wieder genau das, was ich mir von einem richtig guten „Zu Gast“-Buch wünsche:
- wunderbare Fotos, die sofort Fernweh auslösen
- kulinarische Orientierung, ohne je wie ein klassischer Restaurantführer zu wirken
- Rezepte, die den Ort nach Hause holen
- Stadtviertel, Geschichten, Menschen und Lieblingsadressen
- und dieses herrliche Gefühl, schon beim Blättern halb in Rom zu sitzen
Das ist für mich die große Stärke dieser Reihe: Sie funktioniert vor einer Reise, während einer Reise und vor allem nach einer Reise, wenn man eigentlich längst wieder zurück ist und trotzdem noch dort sein möchte.
Oder ganz ehrlich: Auch ohne Reise.
Denn mit diesem Buch kann man wunderbar auf dem Sofa die Sehnsucht nach Rom stillen. Ein bisschen zumindest.
Eine kleine Einführung in die römische Küche
Was ich an der römischen Küche so liebe: Sie ist nicht geschniegelt, nicht verspielt, nicht dekorativ kompliziert. Sie ist oft erstaunlich einfach — aber eben auf die gute, kompromisslose Art.
Die römische Küche lebt von:
- wenigen Zutaten
- klaren Aromen
- traditionellen Kombinationen
- starken Kontrasten
- und diesem Wissen, dass aus etwas sehr Einfachem etwas Großartiges werden kann
Rom schmeckt nach Pecorino Romano, schwarzem Pfeffer, Guanciale, Artischocken, Gries, Innereien, Tomate, Olivenöl und Pastawasser mit Charakter.
Zu den Gerichten, die Rom kulinarisch unverwechselbar machen, gehören natürlich:
- Cacio e Pepe
- Carbonara
- Amatriciana
- Gricia
- Carciofi alla Romana
- Saltimbocca
- und für mich auch ganz unbedingt: Gnocchi alla Romana
Und genau da wird es für mich besonders schön.
Denn ich habe das große Glück, einen sehr guten römischen Freund zu haben, von dem ich gelernt habe, wie man echte römische Gnocchi aus Gries kocht. Allein deshalb hat Rom für mich kulinarisch einen festen Platz im Herzen.
Meine Liebe zu Rom auf dem Teller findet Ihr hier schon seit Jahren:
Rezept: Cacio & Pepe
Rezept: Gnocchi alla Romana
Rezept: Carbonara
Rom in Stadtteilen – und genau das liebe ich an diesem Buch
Was ich an „Zu Gast in Rom“ besonders mag: Das Buch ist nach Stadtteilen aufgebaut — und genau so erschließt sich Rom für mich auch am schönsten.
Von Trastevere über das Vatikanviertel, Monti, Esquilino & San Lorenzo bis ins historische Zentrum rund um Trevibrunnen und Tridente, aber auch nach Testaccio und San Giovanni: Jedes Viertel bekommt seinen eigenen Platz.
Und genau das macht beim Lesen so viel Freude. Denn in jedem Kapitel stecken Geheimtipps, besondere Adressen, kulinarische Entdeckungen und Wissenswertes, das überrascht, Lust aufs Weiterlesen macht und sofort die eigene Neugier weckt.
So wird dieses Buch nicht einfach nur zu einem schönen Rom-Band, sondern zu einer Einladung, die Stadt Viertel für Viertel und Genuss für Genuss zu entdecken.
Viel Spass in Rom!
Weitere tolle Bücher aus der Reihe habe ich HIER besprochen!