Ein vegetarisches Gulasch mit Preiselbeersahne…
… kann so raffiniert schmecken, dass selbst überzeugte Fleischesser nicht merken, dass dieses „Gulasch“ ganz ohne Fleisch auskommt – und alle, die ohnehin vegetarisch essen, restlos begeistert sind.
Ich will mich nicht mit fremden Lorbeeren schmücken: Dieses winterlich-würzige Kürbis-Kartoffel-Gulasch habe ich in Essen & Trinken, Heft 12/2025 entdeckt und sofort nachgekocht. Für ein festliches Abendessen brauchte ich noch eine vegetarische Variante, und obwohl ich Rezepte oft nur überfliege und intuitiv weiß, ob sie funktionieren, war ich mir hier nicht ganz sicher.
Warum? Weil ich noch nie mit dem Gewürz Quatre Épices gekocht hatte. Natürlich hatte ich es auch nicht im Haus.
Aber: Es lässt sich schnell selbst zubereiten – und die Küche duftet danach so wunderbar warm und winterlich, dass man sofort los kochen möchte.
Deshalb aufgepasst, entweder Quatre Épices kaufen oder vor dem Kochen selbst herstellen.
Quatre Épices bedeutet schlicht „vier Gewürze“. Es ist eine klassische Mischung aus der französischen Küche, die vor allem in der Herbst- und Winterzeit verwendet wird. Sie erinnert ein wenig an Lebkuchengewürz, ist aber pfeffriger, wärmer und herzhafter.
Zurück zum Gulasch
Ich habe mich beim Nachkochen fast komplett an das Originalrezept der Essen & Trinken-Redaktion gehalten – wobei ihr mich kennt: So ganz genau wiegen tue ich selten, und am Ende hatten wir vermutlich von allem ein bisschen mehr in der Pfanne. Das Quatre Épices hatte ich selbst gemacht.
Das Gericht ist unkompliziert, gut vorzubereiten und schnell gekocht. Die Preiselbeersahne harmoniert perfekt mit dem warmen, würzigen Aroma des Quatre Épices und macht das Gulasch so wunderbar winterlich und festlich.
Rezept: Winterliches Kürbis-Kartoffel-Gulasch mit Preiselbeersahne
Ingredients
- Für Quatre Épices:
- 2 TL schwarze Pfefferkörner
- ½ TL Nelken
- 1 TL Zimt
- ½ TL gemahlener Ingwer
- 1 TL frisch geriebene Muskatnuss
- Für das Gulasch:
- Zwiebeln, 200 g
- Knoblauchzehen, 2
- festkochende Bio-Kartoffeln, 500 g
- Hokkaido-Kürbis, 500 g
- Möhren, 400 g
- Kirschtomaten, 500 g
- Olivenöl, 3-4 EL
- Tomatenmark, 2 EL
- Quatre Épices, 2 TL
- Rotwein trocken, 300 ml
- Gemüsebrühe, 500 ml (Genovis)
- Lorbeerblätter, 2
- Sternanis, 2
- Salz & Pfeffer
- mittelscharfer Senf, 1 EL
- Für die Preiselbeersahne:
- 200 ml Sahne
- 6 EL Wildpreiselbeeren aus dem Glas
Instructions
Rezept: Meine Quatre-Épices-Mischung (modern & winterlich)
Zutaten
- 2 TL schwarze Pfefferkörner
- ½ TL Nelken
- 1 TL Zimt
- ½ TL gemahlener Ingwer
- 1 TL frisch geriebene Muskatnuss
Zubereitung
- Pfeffer und Nelken anrösten
Pfefferkörner und Nelken in einer kleinen Pfanne ohne Fett 1–2 Minuten rösten, bis sie duften.
Nicht bräunen lassen. - Abkühlen lassen und mahlen
Die angerösteten Gewürze im Mörser oder Gewürzmühle fein mahlen. - Mit den übrigen Gewürzen mischen
Zimt, Ingwer und frisch geriebene Muskatnuss unterrühren. - Luftdicht aufbewahren
In ein kleines Schraubglas füllen. Kühl und dunkel gelagert hält die Mischung mehrere Monate. Ergibt ca. 1 kleines Glas
Ich wollte im Gulasch nicht auf die warme, winterliche Tiefe von Zimt verzichten – gleichzeitig gefiel mir die frische Schärfe von Ingwer. Deshalb habe ich beides kombiniert.
Damit weicht meine Version leicht vom Original aus Essen & Trinken ab, schmeckt aber wunderbar ausgewogen, aromatisch und perfekt zur Preiselbeersahne.
Rezept: Kürbis-Kartoffel-Gulasch mit Preiselbeersahne
Gemüse vorbereiten:
- Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln.
- Kartoffeln schälen und in ca. 2 cm große Stücke teilen.
- Kürbis putzen, halbiere, entkernen und in ca. 3 cm große Würfel schneiden.
- Möhren schälen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden.
- Kirschtomaten waschen und halbieren.
Gulasch zubereiten:
- Schmortopf - ich nehme meinen Le Creuset - mit Olivenöl erhitzen und außer den Tomaten das Gemüse bei mittlerer Hitze unter Rühren leicht für ca. 2 Minuten anrösten. Tomatenmark und Quart Épices dazugeben.
- Mit dem Rotwein ablöschen und diesen fast vollständig einkochen lassen. Dabei bleiben und umrühren!
- Gemüsebrühe, Kirschtomaten, Lorbeerblatt, Sternanis dazugeben, einmal aufkochen und bei mittlerer Hitze für ca. 30 Minuten offen köcheln lassen und immer wieder umrühren. Währenddessen die Preiselbeersahne zubereiten.
Dafür die Sahne steif schlagen und mit den Preiselbeeren locker mischen. Bis zum Servieren kalt stellen.
Gulasch servieren:
Mit Pfeffer und Salz abschmecken und 1 EL Senf abschmecken. Das Gulasch in Schalen anrichten und die Preislbeersahne dazu servieren. Dazu passt ein grüner Blattsalat, z.B. mit diesem Dressing - Rezept Blattsalat Grill Royal, oder wie wir an diesem Abend ein Eisbergsalat mit einem Dressing mit viel Knoblauch: Knoblauch Salat-Dressing
Mein Tipp für die beste Gemüsebrühe: Wer meinen Blog schon länger liest, weiß es schon. Ich verwende immer Genovis Gemüsebrühe als Würfel nach einem Schweizer Rezept aus dem Reformhaus. Ich finde diese Gemüsebrühe macht jedes Gericht geschmacklich wunderbar rund ohne es zu dominieren.
Pasta zum vegetarischen Gulasch – ja oder nein?
Wir haben das Gulasch zu Involtini mit breiten Nudeln als vegetarische Variante serviert. Eigentlich dachte ich, dass die Vegetarier das Gulasch ohne Pasta essen würden – schließlich sind ja Kartoffeln darin.
Falsch gedacht! Auch sie griffen begeistert zu den breiten Nudeln.
Deshalb: Wenn ihr Lust auf Pasta dazu habt, nur zu!
Ich habe das Gulasch mittlerweile sogar schon mit weniger Kartoffeln gekocht und bewusst als Pasta-Gulasch serviert. Es gibt eben Tage, da geht’s einfach nicht ohne Pasta …
Was ist eigentlich Quarte Épices?
Quatre Épices ist eine traditionelle französische Gewürzmischung, die seit dem 17. Jahrhundert vor allem in warmen, herzhaften Gerichten verwendet wird – in Terrinen, Schmorgerichten, Suppen und winterlichem Gemüse.
Es verbindet Süße, Wärme, Schärfe und Tiefe. Die Mischung ist milder als viele unserer deutschen Winter- oder Lebkuchengewürze und dadurch vielseitiger.
Quatre Épices – das französische Wintergewürz
Quatre Épices bedeutet „vier Gewürze“ und ist eine klassische französische Mischung aus Pfeffer, Nelken, Muskat und Zimt oder Ingwer.
Sie schmeckt warm, würzig und leicht scharf – perfekt für Schmorgerichte, Kürbis, Kartoffeln, Eintöpfe oder festliche Winterküche.
-
Schwarzer Pfeffer → warm, rund, kräftig
-
Weißer Pfeffer → fein, hell, eleganter
-
Zimt → süß-warm, winterlich
-
Ingwer → frisch-scharf, lebendig
Für maximales Aroma werden die Gewürze kurz in der Pfanne angeröstet, damit sich die ätherischen Öle lösen.
Traditionell besteht die Mischung aus vier Gewürzen – in modernen Varianten darf man aber Zimt und Ingwer auch kombinieren.
Was kann ich noch mit Quatre Épices verfeinern?
Hier ein paar Ideen, bei denen das Gewürz besonders glänzt:
Herzhaft
-
Linseneintopf oder Linsensuppe
-
Kartoffelgratin mit Sahne und Käse
-
Pilzragout
-
Rote-Bete-Risotto
-
Warme Linsen- oder Bohnen-Salate
-
Pastinaken- oder Sellerie-Püree
-
Ofengemüse
Backen & Süßes
-
Apfelkuchen
-
Gewürzkekse
-
Schokolade mit Chili
-
Zwetschgenkompott oder Birnenkompott
Besonders spannend:
-
ein Hauch Quatre Épices in Schmorgerichten (auch mit Fleisch wie Coq au Vin oder Boeuf Bourguignon)
-
in Béchamel oder Käsefondue
-
in selbst gemachtem Rotkohl oder Apfelrotkohl
Mit einem Teelöffel Quatre Épices schmecken viele Gerichte sofort „herbstlich“ oder „weihnachtlich“.
Wenn Euch mein Rezept gefallen hat, dann freue ich mich sehr über eine positive Bewertung! Einfach jetzt ganz rechts auf “5 Sterne”klicken. Ganz lieben Dank!
