Zwetschgendatschi backen – gibt es etwas schöneres?

Es ist Zwetschgenzeit und der Zwetschgenbaum im Garten von Freunden hängt voll – sehr voll – deshalb unser Motto: Jeden Tag nen Datschi!

written by Natali Borsi 28. September 2018

Zwetschgenzeit – oh du liebe Zwetschgenzeit

Leider gibt es strenggenommen nur Juli / August und September Zwetschgen zu kaufen. Späte Sorten kann man noch bis in den Oktober hinein bekommen. Ich habe dieses Jahr den September in Italien verbracht und zwar köstlich gegessen, aber leider nicht einmal Zwetschgendatschi serviert bekommen. Deshalb backe ich mir diese Woche aus den letzten Zwetschgen in diesem Jahr meinen Lieblingskuchen.

Das Rezept hatte ich bereits 2013 gepostet. Damals hatte meine Freundin Sabine noch einen wunderbaren Zwetschgenbaum im Garten. Ich trauere dem Baum hinterher, denn auch wenn meine Freundin vor Zwetschgen nicht mehr ein noch aus wusste, habe ich es sehr geliebt jedes Jahr aufs Neue einen Korb voller Zwetschgen aus dem Garten zu bekommen.

Zwetschgen gehören auf einen schwäbischen Zwetschgendatschi !

Das Email meiner Freundin mit diesem beneidenswerten Zwetschgenbaum im Garten lautete im Jahr 2013 wie folgt:

Brauchst Du Zwetschgen? Fast wurmfrei und perfekt
gereift. Es ist anscheinend ein gigantisches Zwetschgenjahr, ich habe
schon 25 kg verarbeitet und 25 kg verschenkt – und es ist kein Ende
der Ernte in Sicht…(15 kg eingefroren, 5 kg Marmelade – und jeden
Tag nen Datschi…)  – auf dem Baum
sind noch ca. 100 kg, alle perfekt süss und saftig.Zwetschgendatschi

Zwetschgendatschi – wer hat’s erfunden?

Den Zwetschgendatschi erfunden haben angeblich die Augsburger – dort gilt er als kulinarische Spezialität und wird laut Originalrezept aus Mürbeteig gebacken. Und für mich ist ein Datschi auch nur dann ein Datschi, wenn er mit einem Mürbeteig gebacken wird – da gibt es keine Diskussion …. ausser man möchte den Mürbeteig etwas aufpeppen – das ist erlaubt!

Zwetschgen

Wahrlich perfekt sind diese Zwetschgen und die neun Kilo, die ich mitgenommen habe, waren blitzschnell verbraucht: Marmelade, Zwetschgen-Tomaten-Chutney und fast jeden Tag einen Zwetchgendatschi – super schnell zubereitet und sensationell im Geschmack. Einfach einen Mürbeteig herstellen, Zwetschgen waschen und entsteinen und auf dem Mürbeteig eng an eng verteilen – ein „Zwetschgen-Schmusen“ veranstalten! Für eine Kuchenform mindestens 1 Kilo, für ein ganzes Blech entsprechend mehr.  Anschließend die Zwetschgen großzügig mit braunem Zucker und viel Zimt bestreuen. Gehobelte Mandeln (ich mag gerne viele) darüber geben und ab in den Ofen. In der Zwischenzeit Sahne schlagen und die Vorfreude geniessen.  Kuchen abkühlen lassen – ganz Eilige können den Datschi  auch  lauwarm geniessen – erinnert dann etwas an Pflaumen-Crumble.

Zwetschgendatschi 
Pflaumenkuchen 

Da ich auch noch ganz viele Äpfel frisch vom Apfelbaum geschenkt bekommen habe, habe ich ein Drittel des Backblechs mit Äpfeln belegt und dadurch gleich zwei tolle Kuchen bekommen … für den Fall, das nicht alle Zwetschgen mögen, die zum Kuchen essen eingeladen werden … oder wolltet ihr das Blech alleine essen?;-)

Blechkuchen 
Blechkuchen 

Den Mürbeteig kann man ganz klassisch zubereiten oder meinen Mürbeteig mit Kokoskeksen verwenden. Super schmeckt auch ein Mürbeteig, der einen Teil des Mehles durch Mandeln ersetzt. Ich habe Zwetschgendatschi in allen Varianten die letzten Wochenenden zubereitet und mochte mich im wahrsten Sinne des Wortes in jedem Datschi suhlen … Einfach ausprobieren! Ein paar Blaubeeren, die weg mussten, durften bei einem der Datschi´s ausnahmsweise mit auf´s Blech … sah sehr hübsch aus und passte wirklich gut.

Zwetschgendatschi

Nutrition facts: 200 calories 20 grams fat

Ingredients

  • Für den Belag, separator
  • Zwetschgen, 1-2 Kilo gewaschen und entsteint
  • brauner Zucker, nach Geschmack und Süsse der Früchte
  • Zimt, nach Geschmack - ich nehme VIEL!
  • Mandeln gehobelt, nach Geschmack
  • Klassischer Mürbeteig, separator
  • Mehl, 300 g - wer mag kann Vollkornmehl nehmen - passt gut zum Datschi 😉
  • Butter, 200 g in Stücken
  • Zucker, 100 g
  • Ei, 1 - oder keines - nach Belieben
  • OPTIONAL, separator
  • Mandeln gemahlen, einen Teil des Mehls durch Mandeln ersetzen - passt sehr schön zu Zwetschgendatschi 😉

Instructions

  • Alle Zutaten für den Teig mit den Händen oder einer Küchenmaschine zu einem Teig verarbeiten. Dann den Teig in den Kühlschrank legen bevor er weiterverarbeitet wird.
  • In dieser Zeit die Zwetschgen waschen und entsteinen.
  • Den Teig auf einem Blech oder in einer Tortenform ausrollen.
  • Die Zwetschgen (oder auch anderes Obst) sehr eng aneinandergeschmiegt auf dem Boden verteilen. Grosszügig mit braunem Zucker, viel Zimt und gehobelten Mandeln bestreuen. Bei 180 Grad ca 40 Minuten backen.
  • Mit Schlagsahne servieren.

Zwetchgendatschi

Sehr gut schmeckt der Zewtschgendatschi auch mit meinem Kokos-Mürbeteig – Kokos und Zwetschge sind ein tollen Team!

ZwetchgenJetzt warte ich auf die nächsten Zwetschgen – der Baum unserer Freunde hängt immer noch voll, nur leider komm niemand mehr dran – auch nicht unsere Freunde. Auf Nachfrage nach weiteren Zwetschgen bekamen wir folgendes Email:

Säge hin oder her. Unsere Leiter reicht nicht mehr höher. Die 20 Kilo, die da noch auf dem Baum hängen, müssen zu mir kommen. Zu denen komm ich nicht mehr hoch.
Daher: Abwarten.“

Leider gibt es diesen Baum nun nicht mehr, aber das hält mich nicht davon ab, Zwetschgen nicht nur als Zwetschgendatschi, sondern auch als Chutney oder als Knödel zu verarbeiten.

Zwetschgen-Tomaten-Chutney: zu Kalbfleisch, Käse oder einfach pur auf Brot – die etwas andere Marmelade!

Zwetschgenknödel: Zwetschgenzeit – Knödelzeit – ja sackradi … wo gibt´s denn sowas!

 

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uninteressant (bitte Feedback per Mail senden)schlechtmittelgutsehr gut, vielen Dank! (1 Bewertung(en), Durchschnitt: 5,00 von 5)
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