Manche Rezeptideen setzen sich einfach fest. Nicht, weil man sie irgendwo exakt gelesen oder gegessen hätte, sondern weil ein einziger Gedanke reicht.
Bei mir waren es Tomaten und Aprikosen aus dem Ofen.
Eine Freundin hatte bei einem unserer Buchclub-Abende ein Gratin daraus gemacht. Mehr wusste ich nicht. Ich war ausgerechnet an diesem Abend nicht dabei, bekam also weder Rezept noch Kostprobe. Aber die Kombination war sofort da. Tomate, Aprikose, Ofen. Ich konnte ziemlich genau schmecken, wie gut das werden müsste.
Nur gemacht habe ich es erst einmal nicht.
Tomate trifft Aprikose – irgendwann
Die Wochen vergingen. Die Aprikosen landeten auf Kuchen oder wurden zu Marmelade verkocht. Die Tomaten aß ich roh oder machte daraus meine heiß geliebten Ofentomaten. Tomate und Aprikose aber: weiterhin nur eine Idee.
Bis zu diesem Abend.
Ich hatte Hunger. Und Lust auf Kartoffeln. Nicht gekocht, nicht gebraten, sondern ganz dünn gehobelt und aus dem Ofen. Also irgendwo zwischen Kartoffelgratin und knusprigen Ofenkartoffeln.
Gleichzeitig lagen da diese wunderbar reifen Tomaten. Und Aprikosen. Und ich wollte endlich wissen, ob die Kombination in meinem Kopf tatsächlich so gut schmeckt, wie ich mir das seit Wochen einbildete.
Außerdem sollte das Ganze zu einem Stück Steinbeißer passen.
Also wurde aus der ursprünglichen Tomaten-Aprikosen-Idee kurzerhand ein Kartoffelgratin mit Tomaten, Aprikosen und Zitronenthymian.
Und ja: Das darf bleiben.
Warum das funktioniert
Die Kartoffeln geben dem Ganzen Boden und werden an den Rändern herrlich knusprig. Die Tomaten bringen Säure und Saft, die Aprikosen eine leichte Süße – aber eben nicht so viel, dass daraus plötzlich Dessert mit Kartoffel wird.
Dazu Zitronenthymian, Olivenöl, Salz, Pfeffer. Viel mehr braucht es nicht. Gerade zu Fisch finde ich die Kombination ziemlich perfekt. Bei mir gab es Steinbeißer dazu, kurz in der Pfanne gebraten. Das Gratin kann aber genauso gut alleine auf den Tisch oder zu anderem weißen Fisch, gebratenem Huhn oder einfach mit einem großen grünen Salat.
Kartoffelgratin mit Tomaten, Aprikosen und Zitronenthymian
Ingredients
- ca. 500 g festkochende Kartoffeln
- 3–4 reife Tomaten
- 3–4 reife, aber noch feste Aprikosen
- einige Zweige Zitronenthymian
- gutes Olivenöl
- Salz
- frisch gemahlener Pfeffer
Instructions
- Den Backofen auf etwa 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Die Kartoffeln schälen oder gründlich waschen und mit einer Mandoline sehr dünn hobeln.
- Eine Auflaufform großzügig mit Olivenöl ausstreichen.
- Über die Kartoffeln etwas Salz und Olivenöl geben und für ca. 15 Minuten in den Ofen geben.
- In dieser Zeit: Tomaten und Aprikosen in dünne Spalten schneiden.
- Über die bereits gerösteten Kartoffeln geben.
- Mit Salz und Pfeffer würzen, reichlich Zitronenthymian darübergeben und alles noch einmal mit Olivenöl beträufeln.
- Im Ofen etwa 35–45 Minuten backen, bis die Kartoffeln weich sind und die oberen Ränder Farbe bekommen. Je nach Dicke der Kartoffelscheiben kann es ein paar Minuten länger dauern.
Ich mag es am liebsten, wenn die Tomaten und Aprikosen dabei richtig weich werden, während einige Kartoffelscheiben oben schon knusprig sind.
Dazu passt Steinbeißer aus der Pfanne.
Und damit war die Idee, die wochenlang in meinem Kopf herumlag, endlich auf dem Teller. Manchmal dauert es eben ein bisschen. Macht nichts – solange Aprikosen und Tomaten noch Saison haben.
Dazu: Steinbeisserfilet
Steinbeißer aus der Pfanne
Das Steinbeißerfilet habe ich schon morgens in etwas Olivenöl mit gepresstem Knoblauch, frischem Zitronensaft und wenig Salz mariniert.
Zum Braten Butter und etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Darin zunächst Knoblauch und einen Zweig Rosmarin aromatisieren, dann wieder herausnehmen. Den Fisch bei hoher Hitze kräftig anbraten, kurz ruhen lassen und anschließend in Portionsstücke schneiden.
Die Stücke noch einmal ganz kurz in die heiße Pfanne geben. Zum Schluss mit einem Schuss Noilly Prat und etwas kalter Butter ablöschen beziehungsweise montieren. Sofort servieren.
Wer noch ein bisschen weiter in der Sommerküche bleiben möchte:
Meine Cocktailtomaten aus dem Ofen sind seit Jahren ein Lieblingsklassiker. Aprikosen können natürlich auch süß – zum Beispiel in meiner Aprikosen-Tarte. Und wer Lust auf noch mehr Steinbeißer hat, dem empfehle ich das Steinbeißerfilet mit Parmaschinken, Salbei und Zucchini-Tagliatelle.