Eine Blueberry Tarte für eine Blueberry Night

Der Küchenhocker zu Gast bei Birte zu einer Blueberry Film Nacht oder anders gesagt kulinarisches Kino vom Feinsten – Neugierig?

written by Natali Borsi 18. Juni 2014

Blaubeeren sind ein Superfood und eine Blaubeeren Torte eine himmlische Verführung – nicht nur bei Nacht!

Angefangen hat es vor vielen Jahren. Damals waren unsere Kinder noch in der Grundschule und wir Mamas haben gemeinsam die damals total hippen Folgen von „Sex and the City“ geschaut. Dazu gab es selbstgemixten Manhattan und natürlich auch einen Manhattan Cheese Cake. Einen Abend haben wir uns alle (auch die schwangeren unter uns) im Stil von „Sex and the City“  und zur Belustigung unserer Töchter verkleidet und ein Fotoshooting gemacht. 
Blueberry Tarte 

Perfekte Kombination für eine Blaue Nacht – eine Blueberry Night!

Blueberry Nights

Ach tat das gut, wenn man mal aus seinen Mama-Jobklamotten raus kam und ein bisschen Glitzern durfte. Heute ist alles anders. Unsere hübschen Teenager-Töchter kennen alle Folgen von Sex and the City auswendig und glitzern auch im Alltag wie Samantha & Co und auch wir haben die Mama-Kluft schon lange abgelegt und sind zum Glück keine „Desperates Housewifes“ geworden. Zum gemeinsamen Filme schauen treffen wir uns – wenn auch selten – aber noch immer. Zusammen Filme zu sehen ist genau wie gemeinsam zu essen ein schönes Gemeinschaftserlebnis. Dieses Mal hatte Birte uns eingeladen und uns einen ihrer Lieblingsfilme „My Blueberry Nights“ von dem chinesischem Independent Regisseur Wong Kar Wai vorgeführt. Passend zum Film-Titel hatte sie uns den Abend mit einer köstlichen Heidelbeertarte  – nein besser einer Blueberry Tarte – für eine Blueberry Night versüsst. Auf Englisch gibt es da keine Unterscheidung – „Blueberry“ steht für Blaubeere, Heidelbeere, Schwarzbeere ….und noch einige andere dunklen Beeren.

Blueberry Tarte

Heidelbeerkuchen für eine Blueberry Night

Nutrition facts: 200 calories 20 grams fat

Ingredients

  • Boden, separator
  • Zucker, 100 g
  • Ei
  • Bio-Zitrone, 1/2 abgeriebene Schale
  • Mehl, 120 g
  • Salz, eine Prise
  • Butter, 100 g
  • Füllung, separator
  • TK-Heidelbeeren, 1 Packung
  • Heidelbeermarmelade z.B. Samt Blaubeer, 1/2 Glas
  • Speisestärke, 2 EL
  • Zitronensaft, 2 EL
  • Creme, separator
  • TK Heidelbeeren, 1 Packung
  • Honig, 100 ml (flüssiger Honig)
  • Quark, 250 g
  • Schmand, 100 g
  • Karamellsoße, separator
  • Konservendose Milchmädchen
  • Frische Blaubeeren zum Dekorieren und Naschen!, separator

Instructions

Für den Boden:

Form 24cm: 100gr Butter, 100gr Zucker, Prise Salz und ein Ei, Schale von 1/2 Zitrone und 120gr Mehl verkneten und als Kugel 1Std. kaltstellen. Dann auf Mehl sehr dünn ausrollen und in eine gefettete Tarteform auslegen (am Besten eine mit herausnehmbaren Boden). Sehr dicht und oft mit der Gabel einstechen, auch den Rand!! Dann bei 180° C 15 Min. backen

Füllung:

Während der Boden backt, die Füllung vorbereiten: 1Paket TK Heidelbeeren im Topf erhitzen bis die Beeren weich sind, dann ein 1/2 Glas Heidelbeermarmelade unterrühren (z.B.: Samt Blaubeer),  2El Speisestärke mit 2 El Zitronensaft verrühren und unter die Blaubeeren rühren. Tarte damit füllen und im Ofen bei 180°C nochmal 20 Min. backen

Creme:

Dafür ein weiteres Paket TK Heidelbeeren durch ein Sieb passieren und das Püree mit 100ml flüssigem Honig mischen, das Ganze mit einer Packung Quark und 100gr Schmand verrühren auf den ausgekühlten Kuchen streichen mind. 1 Std. kaltstellen.

Für die Karamellsoße:

Dazu eine geschlossene Konservendose Milchmädchen 2 1/2 Std. in einem Topf mit siedendem Wasser simmern lassen. Die Dose sollte dabei immer von genug Wasser bedeckt sein. Etwas abkühlen lassen und dann vorsichtig öffnen. Sollte die so entstandene Karamellsauce zu dickflüssig sein, mit etwas Sahne oder Milch verdünnen.

Und dazu ganz viele frische Blaubeeren zum Dekorieren und dazu naschen;-)

Blueberry Tarte

Und wie war nun der Film?

Blueberry Nights von Wong Kar Wai

Beim Anschauen dieses Films kann man ganz in Ruhe einen ganzen Heidelbeer-Blaubeer- oder eben Blueberry- Kuchen essen. Der Film ist ruhig und nimmt einen durch seine Bildergewalt gefangen. In den Hauptrollen Jude Law und die Sängerin Norah Jones, in ihrer ersten und bisher so glaube ich auch einzigen Filmrolle. Rachel Weisz und Natalie Portman brillieren in großen Nebenrollen. Der Film eröffnete 2006 die 60. Internationalen Filmfestspiele in Cannes und wurde danach sehr zwiespältig von der Kritik aufgenommen. Für den Hongkong-Chinesen Wong Kar Wai war Blueberry Nights seine erste Regiearbeit ausserhalb seiner Heimat. Erzählt wird die Geschichte einer Frau (Norah Jones) die erst spät merkt, dass sie den Mann (Jude Law), den sie liebt, längst gefunden hat. Um dies zu erfahren, unternimmt sie eine Reise durch die USA, um am Ende genau wieder diesem Mann (Jude Law) in seiner Kneipe mitten in der Nacht gegenüber zu sitzen und Blueberry Tarte zu essen. Genau diese Tarte bleibt immer übrig, während die anderen Kuchen über den Tag verkauft werden – es hat noch niemand die Schönheit dieses Kuchens entdeckt. Genau wie sie zunächst nicht gemerkt hatte, dass sie ihre Liebe (Jude Law) längst gefunden hat und erstmal in einer Art Road Movie die halbe USA bereist. Wong Kar Wei begleitet diese Reise und erzählt von den Erlebnissen in ästhetischen Bildkompositionen und mit einer den ganzen Film durchziehenden Melancholie.

Ich teile die zwiespältige Kritik – eine gute Übersicht der Kritiken findet ihr hier. Obwohl der Film mich nicht – trotz seiner schönen Geschichte und dem optischen Genuss – total begeistert oder berührt hat, habe ich den Filmabend sehr genossen. Leider ist es mein erster Wong Kar Wai Film, deshalb kann ich nicht beurteilen, warum viele Kritiker meinen, seine anderen Filme seien stärker. Fasziniert hat mich die Bilderwelt, die Ruhe und Ästhetik des Films. Gemeinsam mit Freunden bei einer schönen Blueberry Tarte auf jeden Fall ein interessanter schöner Filmabend. Mir hat auch gefallen, Norah Jones in einer Filmrolle zu sehen, da ich ihre Musik sehr mag. Sie singt den wunderschönen Titelsong „The Story“ zum Film.

Wer nun Lust auf eine Blueberry Night mit Freunden bekommen hat, der backe eine Blueberry Tarte, bestelle den Film mit einem Klick auf das Bild, lade Freunde ein und mixe noch einen oder zwei oder drei Pfirsich-Bourbon-Sour. Ich verspreche es wird eine schöne blaue Nacht!

Da es ein sehr heißer Sommerabend war, wurden wir nämlich zur Begrüssung noch mit einem tollen Drink empfangen. Birte hatte einen Pfirsich-Bourbon-Sour gemixt, den ich zu meinem Sommerdrink 2014 erkläre – einfach göttlich. Das Rezept findet ihr:

Pfirsich-Bourbon-Sour – der perfekte Sommer-Long-Drink 

Pfirsich-Bourbon-Sour

Kulinarisches Kino und Film-Rezepte

Die Idee Kino und Kulinarik zu verbinden ist nicht neu. So gab es begleitend zur Berliner Berlinale im letzten Jahr viele kulinarische Events, die Film und Kulinarik einander näher bringen wollten. Gegessen wird in fast jedem Film und sich von kulinarischen Filmen inspirieren zu lassen macht Spaß. Ich möchte in meiner Rubrik „kulinarisches Kino“ diesen Gedanken vertiefen und kulinarische Filme und passende Rezepte vorstellen. Es gibt aus dem Hause Callwey ein wunderbares Buch mit dem Titel „Film-Rezepte“. Hier werden 25 herausragende kulinarische Filme und ein dazu korrespondierendes Menü vorgestellt. Die Köche und Entwickler der 25 Menüs klingen wie das „Who is Who“ der Gourmetküche. Ich werde mich bald durch das Buch und die Filme hindurchkochen und -sehen und das Buch ausführlich rezensieren.

Wer jetzt schon neugierig ist, der klicke auf nebenstehendes Bild, lade Freunde ein und koche nach seinem Lieblingsfilm. Ich gebe zu, ich kenne nicht alle der 25 vorgestellten Filme und einige, wie z.B. „Das Grosse Fressen“ von 1973 habe ich kaum noch in Erinnerung. Mit Interesse habe ich gelesen, dass es der erste Spielfilm der Filmgeschichte ist, in dem Essen das Hauptthema ist. Dabei ist die Story doch sehr makaber – vier Freunde treffen sich zum Essen und wollen daran sterben. Nicht weil es schlecht oder vergiftet ist, sondern weil sie essen wollen bis sie platzen. Das Menü zu diesem Film stammt von dem Zwei-Sterne Koch Christian Lohse und kommt deftig daher: Fette Blutwurstsuppe mit Spitzkohl, geangelte Atlantik Seezunge mit Pfifferlingen und Rahmsauce von Chateau Chalon gefolgt von Halbwilder Ente mit geschmorten Gewürzfeigen. Puhh – ich platz gleich in Gedanken mit 😉

 

 

 

 

 

 

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