Nigel Slater – Tausend kleine Freuden
Warum dieses Buch so besonders ist?
Weil es eben kein Kochbuch ist. Keine Rezepte, keine Fotos, kein Food-Styling. Stattdessen kleine Geschichten, Notizen, Erinnerungen – und trotzdem möchte man sofort den Herd anwerfen. Genau das macht Nigel Slater aus: Er schreibt so nah am Kochen, dass man den Duft fast riecht, ohne dass ein einziges Rezept danebensteht.
Und: Es passt zu mir. Ich koche nicht nach Grammangaben, sondern aus dem Bauch heraus. Sinnlich, intuitiv, manchmal chaotisch, aber immer mit Gefühl. Slater trifft genau diesen Ton. Er vertraut auf die Kraft der kleinen Momente – auf das, was passiert, wenn man die Hand voll Kräuter einfach in die Pfanne wirft und schaut, was daraus wird.
Nigel Slater ist Brite, Food-Writer, Kolumnist, Fernsehmensch. Seit Jahrzehnten prägt er die britische Kochszene – nicht laut, nicht schrill, sondern leise, beständig und mit einem unnachahmlichen Gespür für Alltag und Genuss. In seinen Kolumnen und Büchern geht es nie nur ums Kochen, sondern ums Leben drumherum: Jahreszeiten, Gärten, Reisen, Erinnerungen.
Von Büchern, die bleiben
Seine Stärke zeigt sich vor allem in seinen Werken. Slater schreibt keine Bücher, die man einmal durchblättert und dann ins Regal stellt – sie sind Begleiter. Mal praktisch, mal poetisch, mal beides zugleich. Man kann darin Rezepte nachkochen, aber genauso gut einfach nur lesen und sich treiben lassen.
Mit Toast schrieb er seine eigene Kindheitsgeschichte auf, roh und bewegend. Mit den Kitchen Diaries hat er das Genre des kulinarischen Tagebuchs geprägt. Tender ist ein Liebesbrief an Gemüse, Greenfeast eine Hymne an saisonale Pflanzenküche. Und zwischendurch hat er immer wieder Fernsehen gemacht – aber ohne Showgehabe, eher als freundlicher Begleiter.
Sein neues Buch
Tausend kleine Freuden ist Slaters frischestes Werk.
Kein Rezeptbuch, sondern eine Sammlung kurzer Vignetten – fast wie hingeworfene Skizzen.
Man liest zwei Seiten über einen Sommertag im Garten, eine halbe Seite über ein Stück Brot, das mit Butter bestrichen wird, und plötzlich denkt man: Genau so ist es. Es sind diese winzigen Momente, die Essen und Leben verbinden.
Kritiker in England beschreiben das Buch als meditativ und zart, manche finden es fast zu süßlich, andere feiern es als Einladung zum Innehalten. Für mich ist es genau der richtige Ton: kein Hochglanz, keine Pflicht, nur Freude.
Kleine Leseprobe, S. 263 Überschrift: RÜHREND
Wenige Momente in der Küche sind so friedlich wie die, in denen man ein Fruchtmus – Zwetschgen, Schwarze Johannisbeere, Pflaumen – unter fast steif geschlagene Sahne zieht. Dieser Vorgang, langsam und entschieden, aber sanft, schickt strahlend purpurrote Fruchtwellen durch die milchig-cremigen Wolken wie Flüsse auf einer Landkarte …..
Wunderbar, ich bin dann direkt mal in der Küche um mir so ein Fruchtmus mit Sahne zu zaubern!
Nigel Slaters Bücher im Überblick
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Real Fast Food / Real Fast Puddings – schnelle Gerichte und Desserts für jeden Tag.
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The 30-Minute Cook – Alltagsküche in halber Stunde.
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Appetite – ein Manifest gegen starre Rezepte, für mehr Freiheit beim Kochen.
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The Kitchen Diaries I–III – kulinarische Tagebücher durch das Jahr.
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Tender I & II – Gemüse, Obst, Gartenliebe und jede Menge Rezepte.
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Eating for England – Beobachtungen und Anekdoten über britisches Essen.
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The Christmas Chronicles – Geschichten, Gedanken und Rezepte für Winter und Weihnachten.
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Greenfeast (Frühling/Sommer & Herbst/Winter) – saisonale, rein pflanzliche Küche.
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A Cook’s Book – eine Art Best-of seiner Kochkunst.
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Toast – autobiographische Kindheitsgeschichte, bittersüß und prägend.
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Tausend kleine Freuden – Geschichten über Essen, Reisen und Gärtnern, ohne Rezepte und doch so nah am Kochen.
Noch mehr über Nigel Slater hier im Blog
Wer tiefer eintauchen möchte: Ich habe bereits zwei ausführliche Artikel zu Slater geschrieben – einmal über seine Greenfeast-Reihe und einmal über seine unwiderstehliche Kürbisleidenschaft.
NIGEL SLATER MACHT MICH KÜRBIS SÜCHTIG… gebackener Kürbis nach diesem Rezept esse ich sogar im Sommer. Ingwer, Chili, Limette und Koriander, etwas Zucker und Geduld. Neugierig?
NIGEL SLATER » GREENFEAST: „Das kleine Buch der grünen Küche.“ Kochbuch – Genuss für die Herbst und Winterküche. Neugierig warum?
Lust auf noch mehr Nigel Slater Kochbücher?
Ich möchte Keines missen und liebe sie alle.
Sein Küchentagebuch habe ich immer zur Hand. *
WERBUNG:
Ich bin mir ganz sicher, wer sich mit Nigel Slater durch ein Jahr kocht, der wird danach nie mehr ohne ein Kochbuch als Abendlektüre einschlafen wollen. Für mich ist Slater eine Inspirationsquelle die glücklich macht.
Als diese Buch erschien, war ich kurz wütend. Den genau sollte mein erstes Kochbuch daher kommen. Bei mir auf den Blog gibt es die Kategorie "Ideen mit z.B. Tomaten" - und ich habe Slater erst später entdeckt. Ein Kochbuch nach Gemüsesorten zu gliedern finde ich schlicht genial. Tja, er ist halt ein Genie und diese Buch mit über 400 Rezeptideen schlicht unverzichtbar!
Was für Gemüse funktionier, funktioniert natürlich genauso wunderbar für Gerichte mit Obst. Allein zur Feige hat er 15 Rezeptideen, die besonders sind. Insgesamt 300 Rezepte mit Obst in der Hauptrolle - ich liebe dieses Buch!
Eine große Versprechung: Ein Jahr lang gut Essen. WOW - wenn das jemand versprechen darf, dann der beste Food-Journalist mit eigenem Gemüsegarten Englands. Lust auf ein Jahr gutes Essen? Wenn nicht, dann weiß ich nicht warum Du das hier liest ,-) Tolles Buch!
Das schöne bei Büchern von Nigel Slater ist, man bekommt nie genug davon. Warum? Weil er alle Facetten beleuchtet und selbst Fast-Food bei ihm einen Platz hat. Natürlich einen kulinarisch wertvollen - so mag auch ich Fast-Food. Deshalb ganz schnell (fast) kaufen und besseres schnelles (Fast) Essen (Food) geniessen!
Slater schreibt:
„Ein Kochbuch sollte auch guter Lesestoff sein.“
Ja – da hat er Recht! Zu gerne würde ich einmal mit ihm kochen und philosophieren!
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*Vielen Dank an den DUMONT Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensions-Exemplar. Selbstverständlich basiert meine Besprechung allein auf meiner persönlichen Meinung.“